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Sonnen- und Schattenseiten der Digitalisierung

Sorgten für einen Abend rund um Digitalisierung (v.l.n.r.): Christian Terhechte (Neuland Medien), Eva Laanemäe (Radius Machining), Miriam Bürger (Stadt Rietberg), Jörg Schieb, Kathrin Bünte (pro Wirtschaft GT), Andreas Sunder (Bürgermeister Stadt Rietberg), Birgit Kostner (F7 Digital) und Anna Niehaus (pro Wirtschaft GT).
Sorgten für einen Abend rund um Digitalisierung (v.l.n.r.): Christian Terhechte (Neuland Medien), Eva Laanemäe (Radius Machining), Miriam Bürger (Stadt Rietberg), Jörg Schieb, Kathrin Bünte (pro Wirtschaft GT), Andreas Sunder (Bürgermeister Stadt Rietberg), Birgit Kostner (F7 Digital) und Anna Niehaus (pro Wirtschaft GT).

Kreis Gütersloh. Unter den hohen Decken der Basilika im Bibeldorf in Rietberg erlebten rund 70 Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Dienstagabend Trends und Entwicklungen, aber auch Schattenseiten der Digitalisierung. Gemeinsam mit der Stadt Rietberg hatte die pro Wirtschaft GT vier Referenten mit verschiedenen Blickwinkeln und Erfahrungen zur Digitalisierung eingeladen.

‚Digitalisierung erleben‘ – unter diesem Motto stand die Veranstaltung, die Bürgermeister Andreas Sunder und Anna Niehaus, eine der beiden Geschäftsführerinnen der pro Wirtschaft GT, eröffneten. Den ersten inhaltlichen Impuls des Abends gab Jörg Schieb. Der Journalist, der vor allem als Digital-Experte bekannt ist, berichtete zunächst zum Stand der Digitalisierung, nannte Beispiele, was technisch Stand der Dinge ist und gab auch persönliche Einblicke. So hat Schieb in der Corona-Pandemie ein eigenes Homestudio eingerichtet, um so von Zuhause Beiträge für Radio und TV beisteuern zu können.

Schieb sprach aber nicht nur über die Sonnen-, sondern auch über die Schattenseiten der Digitalisierung. Er zeigte anhand von Bewegungsdaten und Bildern zum Sturm auf das Kapitol am 06. Januar 2021 eindrucksvoll, wie aus einem anonymisierten Datenhaufen klar zuordenbare Profile werden können. Nicht nur vor dem Hintergrund der Datensicherheit und der Daten-Sammelwut großer Internet-Konzerne beurteilte Schieb die stets wachsende Digitalisierung auch kritisch. So werde der Klimawandel durch immer mehr Rechenzentren, immer größere Datenmengen und stets steigende Kundenzahlen bei Streaming-Anbietern befeuert. „Um einen Film zu streamen benötigt man etwa eine Leistung von 350 Kilowatt pro Stunde. Wer mal auf einem Ergometer saß, weiß, dass das gar nicht so einfach zu erbringen ist“, erklärte Schieb. Insgesamt werde der Einfluss der Digitalisierung auf den Energieverbrauch und somit den Klimawandel unterschätzt, so Schieb. Auch er habe seinen Konsum geändert und nutzte nun bewusster Online- und Digitaldienste, sagte Schieb.

Im Anschluss an Jörg Schieb folgte mit Eva Laanemäe ein Ausblick, wie in Estland die Digitalisierung im Unternehmenskontext bereits ganz konkret eingesetzt wird. Laanemäe ist Gebietsleiterin für die DACH Region bei Radius Machining. Der estnische Maschinenbauer hat mittlerweile zahlreiche Prozesse lückenlos digitalisiert. Laanemäe zeigte den Weg von Excel-Tabellen zu einem ERP-System auf und sprach über Themen wie automatische Nachbestellung von Teilen, oder digitalen Abbildungen der Arbeitsplätze. Gefahren für bestehende Arbeitsplätze durch wachsende Digitalisierung sieht Laanemäe nicht: „Digitalisierung fördert nicht nur Wachstum, sie macht die Arbeit auch schöner und kreativer. Denn nur monotone Arbeiten werden durch die Digitalisierung ersetzt werden“, sagte Laanemäe. Die menschliche Komponente der Arbeit sei weiterhin nicht zu ersetzen.

Nach dem estnischen folgte ein deutsches Beispiel für ein erfolgreiches, digitales Geschäftsmodell. Birgit Kostner erzählte von F7 Digital, ihrem Unternehmen für digitale Vermessung und Visualisierung aus Rietberg. Mit Hilfe von 3D-Scans kann F7 Digital in zahlreichen Bereichen unterstützen. Passen die Gebäudepläne zur Realität? Wie viel Glas ist in diesem Raum verbaut? Wie genau sind die Maße historischer Gebäude? „Etwa alle fünf Meter wird das Messgerät aufgestellt. Für ein schwarz-weiß Bild braucht es dann zwei Minuten, für ein Farbbild vier Minuten. Dann gehen wir zum nächsten Messpunkt“, erklärte Kostner, wie aus einzelnen Messpunkten ein 3D-Modell wird, was digital eingesehen und bearbeitet werden kann.

Einen Ort, an dem auch die Digitalisierung eine große Rolle spielen wird, stellte Christian Terhechte vor. Der Geschäftsführer der Neuland Medien GmbH präsentierte das Konzept des Neuland-Campus. Einem Ort, der auf 4500 Quadratmeter Co-Working-Plätze zum Einmieten bietet, aber auch Treffpunkt und Austauschort für Gründer, Technologiebegeisterte, Unternehmer und Multiplikatoren werden soll. Der Neuland-Campus wird unweit vom Landesgartenschaupark in Rietberg entstehen und soll in 2023 in Betrieb gehen.

Im Anschluss an die vier Impulse klang die Veranstaltung bei Imbiss, Getränken und Gesprächen aus.

Die pro Wirtschaft GT bietet eine kostenlose Erstberatung zu Digitalisierungspotentialen sowie möglicher Förderung und ist Ansprechpartner bei weiteren Fragestellungen zum Themenfeld Digitalisierung im Unternehmenskontext.

Ansprechpartnerin ist Kathrin Bünte, 05241 851095, k.buente@prowi-gt.de

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