• Niels Krieft prowi GT (c)

Nachwachsende Rohstoffe als Erfolgsfaktor

Akteure beim Tag der biobasierten Werkstoffe (v.l.): Anna Niehaus (pro Wirtschaft GT), Max Kroymann (Bundesministerium für Wirtschaft und Energie), Anne-Catrin Schürer (Bio-Circle Surface Technologies), Michael Brandkamp (ECBF European Circular Bioeconomy Fund), Prof. Katja Frühwald-König (TH OWL), und Axel Wizemann (pro Wirtschaft GT).
Akteure beim Tag der biobasierten Werkstoffe (v.l.): Anna Niehaus (pro Wirtschaft GT), Max Kroymann (Bundesministerium für Wirtschaft und Energie), Anne-Catrin Schürer (Bio-Circle Surface Technologies), Michael Brandkamp (ECBF European Circular Bioeconomy Fund), Prof. Katja Frühwald-König (TH OWL), und Axel Wizemann (pro Wirtschaft GT).

Nutz-Hanf in der Textilproduktion, Pflanzöle in der Feinchemie, Verpackungsmittel mit Wachsbeschichtung – fossilfreie und nachwachsende Rohstoffe wie diese standen beim ‚Tag der biobasierten Werkstoffe‘ im Fokus. Die pro Wirtschaft GT, die Wirtschaftsförderungsgesellschaft im Kreis Gütersloh, hatte eingeladen, um gemeinsam mit Experten und Vertretern aus der Praxis auf die wachsende Bedeutung biobasierter Werkstoffe in der Industrie zu blicken.

„In der EU umfasst die Bioökonomie bereits mehr als 17 Millionen Arbeitsplätze und sorgt für einen Gesamtumsatz von 2,7 Billionen Euro jährlich“, sagte Max Kroymann, Referatsleiter ‚Bioökonomie, Biotech- und Lebensmittelindustrie‘ im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie. Kroymann gewährte bei seinem Vortrag den rund 60 Teilnehmern einen Einblick in die EU-Bioökonomiestrategie: „Sie ist der Fahrplan der EU, um biologische Ressourcen aus Land- und Forstwirtschaft, Fischerei, Aquakultur, Biomasseverarbeitung und Biotechnologie als Triebkraft für eine wettbewerbsfähige, klimaneutrale und fossilarme Wirtschaft auszubauen“, erklärte Kroymann. Ein zentraler Faktor sei es etwa Europas Resilienz und Unabhängigkeit von fossilen Importen zu erhöhen und die EU als globalen Technologieführer für nachhaltige biobasierte Lösungen zu positionieren“, so Kroymann.

Ein potentieller Investor für Geschäftsmodelle im Bereich der Bioökonomie ist der European Circular Bioeconomy Fund (ECBF). Michael Brandkamp, Geschäftsführer und Gründer des ECBF, blickte auf bereits erfolgreiche Investitionen und zeigte so, dass Bioökonomie nicht nur ein Markt der Zukunft, sondern bereits der Gegenwart ist: „Materialinnovationen und neue Technologien können bereits heute erfolgreiche Geschäftsmodelle am Europäischen Markt Erfolge hervorbringen“, sagte Brandkamp.

Im Kreis Gütersloh gibt es bereits Erfolgsbeispiele rund um den Einsatz biobasierter Werkstoffe. So etwa bei Gastgeber-Unternehmen Bio-Circle-Surface Technologies aus Gütersloh. Bereits seit 40 Jahren entwickelt das Unternehmen Reinigungstische und Reinigungsliquids für die Industrie. Der Einsatz biobasierter Rohstoffe steigere Effizienz und schone Ressourcen erklärte Anne-Catrin Schürer, Prokuristin bei Bio-Circle: „Durch einen Waschtisch können etwa 1,1 Tonnen CO₂ jährlich im Vergleich zu Kaltreinigern eingespart werden – und das mit biobasierten Rohstoffen für das Reinigungsmittel“, so Schürer. Auch die WaxSolutions GmbH aus Versmold arbeitet bereits mit biobasierten Werkstoffen im industriellen Bereich: „Wir bieten biobasierte und plastikfreie Verpackungsbeschichtungen an“, sagte Dennis Kleine-Tebbe, Business Development Manager bei WaxSolutions. Die Beschichtungen sollen unter anderem in Burger‑Wraps oder auf Papieroberflächen für Druckanwendungen zum Einsatz kommen. Dazu präsentierten auch das Kunststoffinstitut Lüdenscheid und der Industrieklebstoff-Hersteller jowat Entwicklungen und Forschungsstände aus der Praxis.

Dabei können in industriellen Prozessen die bisher genutzten – fossilhaltigen – Rohstoffe nicht ohne Weiteres gegen nachwachsende Werkstoffe ausgetauscht worden. „Für eine erfolgreiche Bioökonomie bedarf es, Wertschöpfungsketten neu zu denken“, bekräftige Dr. Michael Dickeduisberg vom Zentrum für nachwachsende Rohstoffe bei der Landwirtschaftskammer NRW. „Es braucht ein neues Denken, neue Kooperationen und Geduld, um diese Wertschöpfungsketten aufzubauen und zu schließen“, so Dickeduisberg.

Hilfe, um diese neuen Wege zu bestreiten, bieten unter anderem die Hochschulen der Region. In verschiedenen Workshops untersuchten Forschende der Universitäten Bielefeld und Paderborn sowie der Technischen Hochschule Ostwestfalen-Lippe und der Hochschule Bielefeld gemeinsam mit den Teilnehmenden konkrete Einsatzpotenziale nachwachsender Rohstoffe in unterschiedlichen Industriebereichen.

„Biobasierte Werkstoffe bieten für viele Industrieunternehmen Chancen, ihre Wettbewerbsfähigkeit und Resilienz zu steigern“, sagte Axel Wizemann vom Netzwerk biobasierte Werkstoffe bei der pro Wirtschaft GT. „Das haben wir heute erneut eindrucksvoll bestätigt gesehen“, so Wizemann. „In der Region finden wir bereits zahlreiche Unternehmen, die diesen Weg gehen – sowie Universitäten und Hochschulen, die intensiv forschen und als starke Kooperationspartner bereitstehen“, ergänzte Anna Niehaus, Geschäftsführerin der pro Wirtschaft GT.

Neben dem Tag der biobasierten Werkstoffe bietet das Netzwerk weitere Angebote und Veranstaltungen für Unternehmen, die sich zu diesem Bereich informieren möchten, oder auf der Suche nach Kooperationspartnern oder Austausch sind.

Alle Angebote sind kostenfrei zugänglich und finden sich unter www.prowi-gt.de/nbw

NILS KRIEFT
 
PRESSEVERTEILER

Sie möchten die Pressemitteilungen der pro Wirtschaft GT erhalten? Dann klicken Sie bitte hier.

SOCIAL MEDIA 

Die proWi und der ErfolgsKreis-GT auf Social-Media.