Die Energiewende ist kein politisches Thema – sondern ein ökonomisches

5th Avenue, Manhattan, New York 1900: Ein Foto zeigt ein vereinzeltes Auto, das sich auf gepflasterten Straßen durch eine schier unüberblickbare Masse an Pferdekutschen drängt. Gleicher Blickwinkel dreizehn Jahre später: Wo noch vor kurzer Zeit die Kutschen dominierten, fahren nun massenhaft Autos auf New Yorks Prachtstraße – nur eine einzige Kutsche ist auf diesem zweiten Bild zu entdecken. Mitten in einer ähnlich rasanten Entwicklung stehen wir heute, sagte Dr. Tim Meyer. Beim Nachhaltigkeitsforum der pro Wirtschaft GT blickte Meyer auf die Energiewende, warum sie sich nicht mehr aufhalten lasse und was das für Unternehmen bedeute.
Vor rund 60 Gästen stellte Meyer im Kommunikationscenter der Kreissparkasse Halle Wiedenbrück in Wiedenbrück die rasanten Wachstumsraten im Bereich der erneuerbaren Energien, der E-Mobilität und beim Ausbau der Batterietechnologie in den Mittelpunkt: „Im Bereich der Photovoltaik, der Windkraft und dem Ausbau von Speichern erkennen wir exponentielle Wachstumsraten – inklusive radikalem Preisverfall“, erklärte der Energieexperte. Das Wachstum sei so rasant, dass aus Sonne und Wind bereits in drei bis fünf Jahren mehr Nutzenergie gewonnen werde als aus Öl, so Meyer. „Wir befinden uns in einer Industrierevolution. Die Energiewende wird kommen. Das ist keine politische Aussage, sondern technischer Fortschritt, der sich ökonomisch rechnet“, so Meyer, der unter anderem als Geschäftsführer von 3EPunkt, einem Beratungsunternehmen für Strategie und Geschäftsentwicklung im Energiesektor, tätig ist.
Regenerative Energien und eine wachsende Elektrifizierung seien die Zukunft, ist sich Meyer sicher – und zwar, weil der Markt bereits entschieden habe: „Die beste Kutsche konnte das Auto nicht aufhalten, das beste Fax war nichts gegen die Entwicklung des Internets“, so Meyer. Vor einer vergleichbaren Entwicklung stünden wir jetzt, so der Autor und Energieexperte.
Für Unternehmen bedeute dies vor allem, die eigene Energieinfrastruktur flexibel und resilient aufzustellen. „Flexibilität ist das neue Gold“, sagte Meyer. So können gut aufgestellte Unternehmen den Strom nutzen oder speichern, wenn er günstig verfügbar ist, und ihn dann nutzen, wenn sie ihn benötigen. Wie Unternehmen ihre Energieinfrastruktur und -versorgung gut aufstellen können, erklärte Tobias Peselmann, Geschäftsführer der pbr NETZenergie GmbH aus Osnabrück. Peselmann gab einen Überblick zu verschiedenen Fördermöglichkeiten im Bereich Energie und Effizienz und nahm zudem zukünftige Rahmenbedingungen in den Blick: „Wir erleben einen Trend zu höheren Auflagen im Bereich Effizienz und Transparenz“, so Peselmann. „Wer sich hier gut aufstellt, kann einen Vorteil gegenüber Mitbewerbern gewinnen“, sagte Peselmann.
„Eine zukunftsfähige Infrastruktur ist mit Blick auf die Energiewende ein entscheidender Standortfaktor für Unternehmen“, sagte Nikola Weber, Geschäftsführerin der pro Wirtschaft GT, der Wirtschaftsförderungsgesellschaft im Kreis Gütersloh. „Es ist wichtig, dass wir uns im Kreis Gütersloh dieser Herausforderung stellen und Rahmenbedingungen schaffen, um die Chancen, die die Energiewende mit sich bringt, nutzen zu können. Investitionen in Nachhaltigkeit können sich zudem oft ganz konkret wirtschaftlich lohnen, sagte Johannes Haverkamp, Bereichsleiter Firmenkunden bei der Kreissparkasse Halle-Wiedenbrück. „Ich habe noch nicht erlebt, dass ein Kunde eine Investition in Nachhaltigkeit bereut hat“, so Haverkamp. Zudem sorgen Investitionen in Nachhaltigkeit auch häufig für eine erhöhte Widerstandfähigkeit, so Haverkamp. Die Kreissparkasse unterstützte das Nachhaltigkeitsforum der pro Wirtschaft GT bereits seit mehreren Jahren.
„Der Aufbau unternehmenseigener Energiequellen ist ein wachsendes Thema. Das erkennen wir auch an gelungenen Maßnahmen aus der Nachbarschaft – so wie vor einigen Tagen bei der Inbetriebnahme des Windrads bei der Firma Craemer auf der AUREA“ sagte Sebastian Czoske, Wirtschaftsförderer der Stadt Rheda-Wiedenbrück. Das rund 250 Meter hohe Windrad liefert seit kurzem grünen Strom für das Kunststoffwerk.
„Wir stehen vor bedeutenden Veränderungen – gerne möchten wir Sie unterstützen, diese Herausforderungen erfolgreich Schritt für Schritt anzugehen“, bot Jonas Keldenich an, der sich bei der pro Wirtschaft GT um den Bereich Transformation und Nachhaltigkeit kümmert. Die pro Wirtschaft GT bietet kostenfreie Veranstaltungen, Erstberatung und Expertensprechstunden an. Alle Angebote finden sich unter www.prowi-gt.de.

NILS KRIEFT
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