Mentoren-Service Ostwestfalen

Portrait: Rolf Brakemeier

Rolf Brakemeier liebt Zahlen und sucht gerne Lösungen für technische Probleme. „Von der Pike auf habe ich über den 2. Bildungsweg den Einstieg als Ingenieur in den Anlagenbau geschafft“, kommentiert er seinen Ausbildungsweg. Er absolvierte die Ausbildungen zum Werkzeugmaschinenschlosser, zum Technischen Zeichner sowie zum Radio- und Fernsehtechniker, den er mit dem Meisterzertifikat abschloss. Anschließend studierte er an der Fachhochschule Bielefeld Elektroingenieurwissenschaften mit dem Schwerpunkt Verfahrenstechnik.

Vier Jahre lang leitete er das elterliche Radio- und Fernsehfachgeschäft in Lemgo bis er als Entwicklungsleiter für Lautsprechersysteme zu ATL Lautsprecher in Lemgo wechselte. 1985 stieg Rolf Brakemeier in leitender Funktion bei der Metro AG ein und war bis zum Jahr 2000 für verschiedene Töchter der Metro AG im Vertrieb tätig. Acht Jahre lang war er Verkaufsleiter und Produktmanager bei Saturn in Ingolstadt, anschließend 2 Jahre lang als Geschäftsleiter Saturn in Bielefeld zuständig für Personal, Einkauf, Marketing, Planung und Kontrolle. Bei Vobis Computer AG in Aachen war er als Vertriebsleiter verantwortlich für 2000 Mitarbeiter/innen und begleitete u.a. den Aufbau von neuen Filialen im europäischen Ausland. Anschließend wechselte er als Vertriebsleiter zur Reno Schuhhandel GmbH mit 3000 Mitarbeiter/innen nach Osnabrück. Zu seinen Aufgaben gehörte neben der Personalführung die Vorgabe der Vermarktungsstrategie, die Finanzplanung und das weltweite Ladenlayout, bis die Metro das Unternehmen verkaufte. Diesen Einschnitt nutzte er, um seine berufliche Karriere zu beenden. Er betreut seitdem seine behinderte Tochter und führt, wie er selbst sagt, ein „extremes Familienleben“.

Parallel begann Rolf Brakemeier sein Engagement für den Mentorenservice Ostwestfalen mit mittlerweile 30 abgeschlossenen Mentoringprojekten.

Seine Mentoring-Schwerpunkte sind Kostenrechnung, Betriebsorganisation, Personalplanung u. -entwicklung,  Vertrieb/Export, Marketing/Werbung. Er ist beeindruckt von der Offenheit und Veränderungsbereitschaft vieler Unternehmer/innen. Seine Aufgabe als Mentor sieht er dar darin, die Ratsuchenden aufzubauen und die jeweiligen Stärken herauszuarbeiten. Vielen Experten, die ihr Produkt oder ihr Angebot sehr gut beherrschen, haben Probleme mit dem Vertrieb, dies zu lernen gerade für Gründer/Innen eine enorme Herausforderung. Am Schwersten fällt es Rolf Brakemeier, wenn er von einem Projekt abraten muss, weil es sich nicht realisieren lässt und die Gefahr besteht, dass unnötig Geld verbrannt wird. Um ein Unternehmen erfolgreich zu führen sind nach seiner Einschätzung folgende Kompetenzen erforderlich: Durchsetzungsvermögen, Ausdauer, Kommunikationsfähigkeit und Verständnis für Andere. Rolf Brakemeier sieht gute Chancen für die Karriereentwicklung junger Frauen, die diese Eigenschaften eher mitbringen und bereit sind, Unsicherheiten zu zeigen und Fragen zu stellen. „Männer geben ungern Schwächen zu und lassen sich nur zur Sicherheit mal unter die Arme greifen“, ist seine Erfahrung.

Autorin: Vera Wiehe, WEGE mbH