Mentoren-Service Ostwestfalen

Portrait: Klaus Todenhöfer

Klaus Todenhöfer sollte etwas Praktisches lernen oder Beamter werden, das war der elterliche Wunsch. Er entschied sich für den praktischen Weg, kombinierte die Ausbildungen zum Fotografen und Reproduktionsfotografen. Anschließend studierte er an der heutigen Stuttgarter Hochschule für Medien mit dem Schwerpunkt Druckrereiindustrie und schloss 1968 als Jahrgangsbester mit dem Wirtschaftsingenieur ab.

In seinem weiteren beruflichen Werdegang war er zunächst als stellvertretender Geschäftsführer eines Fachverbands für Tiefdruckereien und Verlage tätig, danach als Referent beim Bundesverband Druck und Medien in Wiesbaden. Hier betreute Klaus Todenhöfer die Mitgliedsunternehmen technisch, betriebswirtschaftlich und ausbildungsbezogen. 1979 wechselte er zur Graphia Bielefeld GmbH & Co. KG und stieg dort auf zum Bereichsleiter. 1988 nahm er die Chance wahr und wurde Werksleiter der Oetker eigenen Verpackungsdruckerei mit ca. 130 Beschäftigten bis schließlich zur schrittweisen Auflösung und Abwicklung des Werks und Auslagerung der Leistungen bis zum Jahr 1999. Der gebürtige Hanauer mit der unverwechselbaren Sprachmelodie blieb im Unternehmen und war bis zur Pensionierung zuständig für Qualitätssicherung und Koordination der Druck- und Verpackungsprodukte in Deutschland und teilweise europaweit. „Man fühlte sich bei Oetker einfach gut aufgehoben, es gab eine sehr persönliche Atmosphäre und Fehler waren besprechbar“, ist das Resumee seiner beruflichen Karriere.

In seiner Freizeit war und ist er leidenschaftlicher Steuermann in Achter- und Viererrudern und hat in den letzten 30 Jahren in unterschiedlichen Mannschaften mehrere Masters-Weltmeisterschaften gewonnen, dazu gehören auch Wettkämpfe in Australien und den USA. „Die 9 Individuen im Boot müssen technisch und menschlich eine komplette Einheit bilden und einen gemeinsamen Willen entwickeln.“ Dieses Muster der Teambildung war stets auch ein Credo in seinem beruflichen Wirken.

Seit 2007 ist Klaus Todenhöfer ehrenamtlich für den Mentorenservice Ostwestfalen aktiv und hat in dieser Zeit ca. 30 Unternehmen betreut. Sein abenteuerlichstes Mentoringprojekt brachte ihn nach Ghana in Westafrika. Hier half er seinen Mentees, die Pallets aus Kokusnussabfall produzieren wollten, bei den Verhandlungen mit lokalen Geschäftspartnern. Klaus Todenhöfer versteht sich nicht als Vermittler von Fakten, sondern es geht ihm ebenso um menschliche Kommunikation und lebensnahe Lösungsvorschläge, er möchte persönlicher Ratgeber sein. Dabei unterstützt er bei Controllingproblemen, der Verbesserung der Betriebsorganisation oder Marketing.

Er ist überzeugt, dass erfolgreiche Gründer/innen genau wissen müssen, was sie wollen und mit welchen Schritten sie vorgehen müssen. „Es ist notwendig, systematisch zu arbeiten und nicht emotional aus dem Bauch heraus zu handeln.“ Ein Mentoringprojekt kann dann den gewünschten Erfolg bringen, wenn beide Seiten offen sind, Vertrauen aufbauen, Klarheit schaffen und gemeinsam Fakten erarbeiten.

Autorin: Vera Wiehe, WEGE mbH