Mentoren-Service Ostwestfalen

Portrait: Klaus Rudat

Klaus Rudat, den es nach der Flucht aus Ostpreußen mit seinen Eltern nach Bielefeld verschlagen hatte, wollte eigentlich Schiffsingenieur werden. Nach einer Ausbildung zum Maschinenschlosser bei dem Turbinenbauer Balthasar Meyer studierte er an der Bielefelder Ingenieurschule Maschinenbau mit dem Abschluss Diplomingenieur.

Nach einem kurzen Intermezzo als Konstruktionsingenieur bei Dürkopp wechselte Klaus Rudat nach Berlin und stieg bei der OTIS GmbH & Co. OHG als Vertriebstrainee ein. Nach zwei Jahren kehrte er als Niederlassungsleiter für OTIS nach Bielefeld zurück. Innerhalb von acht Jahren konnte er den Betrieb von 8 auf 40 Mitarbeiter vergrößern und wurde als bester europäischer Verkäufer prämiert. Weil eine Rückversetzung nach Berlin für die Familie Rudat nicht in Frage kam, wechselte er zur Schüco International KG und leitete 12 Jahre lang das Werk Borgholzhausen. Anschließend arbeitete er einige Jahre lang als Geschäftsführer der Omi Metallwarenfabriken und Koralle Sanitärprodukte GmbH für die Hettich Unternehmensgruppe in Vlotho. Danach war er 15 Jahre lang als Geschäftsführer der Martin Lehmann Unternehmensgruppe in Minden zuständig für alle Bereich außer dem Vertriebsbereich.

Neben der Geschäftsführertätigkeit war Klaus Rudat 10 Jahre ehrenamtlicher Arbeitsrichter in Minden, eine für ihn spannende Tätigkeit mit dem immer selben Ablauf: erst Gütetermin, dann Streit, dann Lösungstermin, in dem in der Regel eine Abfindung festgelegt wurde.

Sportlich spielt er seit langen Jahren Tennis, zuletzt in der Ostwestfalen Liga, mittlerweile bei der Herrenmannschaft70. Klaus Rudats Maxime ist Fairness: „Ich wollte immer fair sein, egal ob auf dem Tennisplatz oder im Unternehmen.“

Seit Rentenbeginn engagiert sich Klaus Rudat als ehrenamtlicher Mentor. Im Auftrag des Senior Experten Service, Bonn, reiste er zwei Mal für mehrere Wochen zu einem chinesischen Betrieb und unterstützte deren Europa Engagement. Für den Mentorenservice Ostwestfalen hat er in den letzten 10 Jahre ca. 60 Mentoringprojekte durchgeführt. Dabei waren Startup-Unternehmen, gemeinnützige Organisationen oder klassische Maschinenbauer. Klaus Rudat sieht bei vielen Unternehmen als Hauptproblem den mangelnden Kundenkontakt. Hier gibt er seine ausgeprägten Vertriebskompetenzen, aus denen er Schulungskonzepte entwickelt hat, gerne weiter, denn das Wissen darüber, wie Kaufentscheidungen zustande kommen, gibt Sicherheit und damit Selbstvertrauen gegenüber den potentiellen Kunden.

Ein Mentoringsprojekt kann dann erfolgreich verlaufen, wenn der Unternehmer/die Unternehmerin die Ergebnisse bereitwillig umsetzen und nicht einknicken. „Wenn eine hinreichende Finanzbasis vorhanden ist, kann mit exzellenter Produktqualität, Fairness und Fleiß jeder Markt erobert werden“, davon ist er überzeugt. „Wichtig ist es, eine tragfähige Geschäftsidee hartnäckig zu verfolgen und nicht beim ersten Gegenwind die Flügel zu strecken.“

Autorin: Vera Wiehe, WEGE mbH