Mentoren-Service Ostwestfalen

Portrait: Hans Siegmann

Hans Siegmann aus dem baden-württembergischen Bopfingen am Ipf, wusste schon als kleiner Junge, dass er den Speditionsbetrieb seiner Eltern übernehmen würde und hat sich gezielt darauf vorbereitet. Nach dem Wirtschaftsabitur und zwei Jahren Praktika in Speditionen in Berlin, Hamburg und Barcelona besuchte er die Deutsche Außenhandels- und Verkehrsschule (DAV) in Bremen. Im Alter von 25 Jahren brach er die Schule ab und übernahm den elterlichen Betrieb, weil sein Vater aus gesundheitlichen Gründen aufgeben musste.

Innerhalb weniger Jahre gelang es ihm, den Betrieb mit Hilfe von Spezialisierungen um das Fünffache zu vergrößern: er fokussierte auf Möbel und Umzüge und auf die Regionen Deutschland und Spanien und wurde innerhalb von 3 Jahren Marktführer im Möbeltransportgeschäft mit Spanien. Er baute die Spedition zu einem Logistik-Unternehmen aus und setzte als erster strömungsgünstige Jumbolastzüge ein, die von einem westfälischen Fahrzeugbauer speziell für seinen Betrieb angefertigt wurden. Im Alter von 40 Jahren entschied er, seinen Ausstieg aus dem Unternehmen innerhalb der nächsten 10 Jahre vorzubereiten. „Ich habe mich in die Universität des Lebens begeben“,  erläutert er seinen Weg, sich mit externer Unterstützung auf der Suche nach sich selbst zu begeben und das Unternehmen in diesen Entwicklungsprozess einzubeziehen, um seine Nachfolge vorzubereiten. In der Folge wurden Wir-Gefühl, Teamfähigkeit und offene Kommunikation so offensiv bearbeitet, dass selbst die Südwestpresse über das Personalentwicklungskonzept des kleinen Logistikunternehmens berichtete. Wie geplant konnte er das Unternehmen als 55-Jähriger an drei Nachfolger übergeben.

In der Folgezeit absolvierte Hans Siegmann eine Yogalehrer- und eine Clownsausbildung und lernte den therapeutischen Umgang mit spättraumatischen Folgen. Er wurde durch den Bundespräsidenten Köhler für seine ehrenamtliche Clownstätigkeit in Altenheimen und Krankenhäusern, mit krebskranken Kindern und auf Ärztekongressen geehrt.

Seit 10 Jahren engagiert sich Hans Siegmann für den Mentorenservice Ostwestfalen mit den Schwerpunkten persönliches Coaching, Gesundheit und Lebensplanung, Generationswechsel in familiengeführten Unternehmen und Krisenbewältigung. „Wenn man Meinungen austauscht, die für beide hilfreich sind, kommt etwas vollkommen Neues heraus“, beschreibt er seinen Ansatz. In mehr als 20 Fällen konnte er Impulse setzen und Sichtweisen vermitteln und hat viel gutes Feedback von den Mentees erhalten. Immer wenn den Mentees bewusst wurde, dass es sowohl um geschäftliche als auch um persönliche Probleme ging und der Wunsch bestand, sich mit Auswirkungen auf beiden Ebenen auseinanderzusetzen, wurden die Mentoringprojekte erfolgreich.

Auch im Schulleitercoaching konnte er seinen Ansatz einbringen. Das Resultat seiner Erfahrungen lautet: „Ich würde Persönlichkeitsentwicklung als Schulfach empfehlen, denn das fachliche Wissen bringt nur die Hälfte für ein erfolgreiches Leben.“

Autorin: Vera Wiehe, WEGE mbH