Mentoren-Service Ostwestfalen

Portrait: PD Dr. Joachim Boidol

„Ich habe meine Arbeit geliebt und bin stets nach dem Motto 'get facts first' vorgegangen“, beschreibt Joachim Boidol seinen Werdegang. Nach seinem Studium der Mathematik und Soziologie hat Joachim Boidol im Fach Mathematik erst promoviert und anschließend im Alter von 32 Jahren habilitiert. Faszinierend fand er an der Mathematik die Schönheit der logischen Beweisführung. „Wie auf einem Schachbrett lässt sich die Problemlösung klar und geschlossen darstellen“, schwärmt er noch heute.

Er arbeitete sechs Jahre als Privatdozent an der Universität Bielefeld, bevor er in die Wirtschaft wechselte. Als Soziologe interessierte sich Joachim Boidol dafür, seinen mathematisch-logischen Ansatz auf Organisationsprozesse in Unternehmen zu übertragen. Er begann seine Karriere bei dem Software- und Systemhaus Ikoss Van GmbH, einem IT-Unternehmen für Fertigung und Montage in Stuttgart. Neben der Projektleitung eines Verbundprojekts zur Montagesteuerung entwickelte er sich innerhalb von fünf Jahren zum Chefberater für rechnerintegrierte Fertigungsprojekte. Er wechselte zur Bertelsmann media systems und war erst als IT-Dienstleister, dann als Director IT service & Training zuständig für die konzernweite Standardisierung von Methoden und Verfahren im IT-Bereich. Unter seiner Regie wurden das IT-Seminarzentrum im Schloss Rheda für Softwareentwickler und Anwender aufgebaut und verschiedene Projekte zur Organisationsprozessoptimierung durch IT-Anwendungen durchgeführt. Dazu gehörte auch die Konzeption und Einführung des Mitgliederinformationssystems der Europäischen Clubs der Bertelsmann AG.

Seit 2002 war Joachim Boidol als Management Consultant bei Arvato Systems, einem Systemhaus der Bertelsmann AG, zuständig für IT-Lösungen zur intelligenten Vernetzung sämtlicher Geschäftsprozesse. Zu seinen Kunden gehörten Unternehmen wie REWE, Procter & Gamble, Adidas, Tchibo direct GmbH sowie diverse IT-Dienstleister. Gleichzeitig war er Mitglied des Beirats Dienstleistungsstandards für Globale Märkte der IHK und hat die Qualitätsoffensive der Dienstleister in OWL beraten. 2011 verabschiedete er sich im Alter von 60 Jahren in den Ruhestand.

Seit 2009 hat Joachim Boidol für den Mentorenservice Ostwestfalen ca. 20 Fälle betreut. Von der Goldschmiedin über Handwerksbetriebe und Maschinenbauer bis zu IT- Unternehmen. Dabei stand die Lösung von Konflikten auf Geschäftsleitungsebene genauso im Fokus wie die Optimierung von Prozessen in Kleinstunternehmen. Voraussetzungen für erfolgreiche Mentoringprojekte sind nach seiner Erfahrung die Aufgeschlossenheit des Unternehmers, der Unternehmerin, ein definierter Projektrahmen und der Wille, ein Problem wirklich lösen zu wollen. „Die Unternehmen sind häufig fachlich hervorragend aufgestellt, haben aber betriebswirtschaftlich und auf der Marketingebene ihre Schwächen. Viele Unternehmer/innen, drehen an zu vielen Schrauben, verursachen eher ein Feuerwerk, ohne strategische Ziele zu erreichen.“ Seine Aufgabe als Mentor sieht Joachim Boidol darin, Know-how sein anzubieten und Impulse für eine neue Arbeits- und Denkweise zu setzen.

Autorin: Vera Wiehe, WEGE mbH