Bildungsscheck NRW

Beschäftigung sichern, Fachkräfte gewinnen und halten

Wer wird gefördert?

siehe "Wer kann einen Bildungsscheck erhalten?"

Mit dem Bildungsscheck fördert das Arbeitsministerium NRW die Beteiligung von Beschäftigten in kleinen und mittleren Betrieben an beruflicher Weiterbildung. Beim Bildungsscheck NRW wird die Eigenverantwortlichkeit der Betriebe und der Beschäftigten für ihre berufliche Weiterbildung unterstrichen. Gefördert werden Weiterbildungen, die der beruflichen Qualifizierung dienen und fachliche Kompetenzen oder Schlüsselqualifikationen vermitteln.

Wer kann einen Bildungsscheck erhalten?

Kriterien für den betrieblichen Zugang zum Bildungsscheck NRW 

Beim betrieblichen Zugang zum Bildungsscheck beantragt ein Unternehmen des Privatrechts mit Sitz in NRW den Bildungsscheck. Es wird ein Ansprechpartner des Betriebes beraten und der Betrieb trägt den Eigenanteil der Weiterbildungskosten. 

  • Die Kosten für berufliche Weiterbildungen, die fachliche Kompetenzen und Schlüsselqualifikationen vermitteln, werden zu 50% bis maximal 500€ gefördert.
  • Die Weiterbildungsmaßnahmen müssen von ihren Inhalten so ausgelegt sein, dass sie die Qualifikation und damit die Beschäftigungsfähigkeit der Beschäftigten im Hinblick auf ihre Chancen am allgemeinen Arbeitsmarkt verbessern.
  • Betriebe mit bis zu 249 Beschäftigten können im betrieblichen Zugang jährlich bis zu 10 Bildungsschecks für die Weiterbildung ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erhalten
  • Die Fortbildung muss mindestens sechs Stunden umfassen.
  • Der Bildungsscheck wird nach einer Beratung in einer Bildungsscheckberatungsstelle ausgegeben.
  • Es gibt zwei Zugänge: den individuellen Zugang und den betrieblichen Zugang.
  • Der Arbeitgeber (Betrieb) darf höchstens 249 Beschäftigte haben.
  • Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes können einen Bildungsscheck erhalten, sofern die Fördervoraussetzungen erfüllt sind.
  • Mitarbeitende Eigentümer, die sozialversicherungspflichtig im Unternehmen angestellt sind, können einen betrieblichen Bildungsscheck beantragen.
  • Nicht gefördert werden arbeitsplatzbezogene Anpassungsqualifizierungen wie Maschinenbedienerschulungen oder Trainings bei neuen Produkteinführungen. (Hersteller-, Produktschulungen).
  • Die Weiterbildung darf vor der Bildungsscheckberatung und der Ausstellung des Bildungsschecks noch nicht begonnen haben. Eine Kursbuchung/Anmeldung ist jedoch vor der Bildungscheckberatung und -ausgabe möglich.
  • Es werden neue Formen der Weiterbildung wie onlinebasierte Fortbildungen (z. B. Webbinare) und E-Learning in beiden Zugängen gefördert. Zertifizierte Fernlehrgänge sind zugelassen.
  • Es werden Inhouse-Schulungen im betrieblichen Zugang gefördert. Die Inhouse-Schulung muss durch externe Anbieter erfolgen. Der Anbieter muss den Leitlinien zur Beurteilung der Eignung von Weiterbildungsanbietern entsprechen. Ein Angebot muss vorgelegt werden!

Bei der Berechnung der Beschäftigtenzahl eines Unternehmens sind folgende Beschäftigtengruppen zu berücksichtigen:  

  • Lohn- und Gehaltsempfängerinnen bzw. -empfänger
  • für das Unternehmen tätige Personen, die in einem Unterordnungsverhältnis zu diesem stehen und nach nationalem Recht Arbeitnehmern bzw. Arbeitnehmerinnen gleichgestellt sind
  • mitarbeitende Eigentümer bzw. Eigentümerinnen
  • Teilhaber bzw. Teilhaberinnen, die eine regelmäßige Tätigkeit in dem Unternehmen ausüben und finanzielle Vorteile aus dem Unternehmen ziehen
  • Auszubildende werden nicht mitgezählt

Teilzeitstellen und Stellen, die unterhalb der betrieblichen Normalarbeitszeit liegen, werden zu Vollzeitstellen aufsummiert (Vollzeitstellenäquivalente, z. B. zwei Halbtagsstellen entsprechen einer vollen Stelle). Die Anzahl der Mitarbeiter/Mitarbeiterinnen (Vollzeitäquivalente) ergibt sich aus dem vom Unternehmen vorzulegenden Nachweis (z. B. Jahresabschluss § 285 Nr. 7 HGB)

 

Wer kann keinen Bildungsscheck erhalten?

  • Selbständige, Eigentümer (Ausnahme: mitarbeitende Eigentümer, die sozialversicherungspflichtig im Unternehmen beschäftigt sind)
  • Beschäftigte, die neben einem Einkommen aus einer geringfügigen oder gering bezahlten beruflichen Tätigkeit Leistungen nach dem SGB III erhalten (sog. ALG I-Empfängerinnen und -Empfänger).
  • Geringfügig Beschäftigte, Teilzeit- oder befristet Beschäftigte, Ausnahme: wenn das Beschäftigungsverhältnis die Haupt- bzw. die einzige Beschäftigung darstellt, sofern nicht der Prämiengutschein des Bundes vorrangig zu nutzen ist.
  • Studierende und Schüler, Auszubildende, Praktikanten/Volontäre, Bundesfreiwilligendienstleistende

Berufliche Weiterbildungen, bei denen die Beschäftigten einen individuellen Anspruch auf Förderung durch das AFBG (Meister-BAföG) haben, können weder im betrieblichen noch im individuellen Zugang mit dem Bildungsscheck gefördert werden.

Bei den Volkshochschulen im Kreis Gütersloh und der IHK erhalten Sie den individuellen Zugang zum Bildungsscheck NRW und die Bildungsprämie. Dort werden Sie zu beiden Fördermöglichkeiten umfassend beraten. Gerne nennen wir Ihnen die jeweiligen Ansprechpartner vor Ort.

Mehr Info

Weitere Informationen auf

www.arbeit.nrw.de/arbeit/beschaeftigung_foerdern/bildungsscheck/index.php 

https://www.weiterbildungsberatung.nrw/foerderung/bildungsscheck/faq