Was tun, wenn der Kunde nicht zahlt?

Dirk Bürger (R+V Versicherung), Manuela Brockbals (M. Brockbals Inkassodienst), Aleksandra Blagojević (pro Wirtschaft GT), Simon Köckerling (Volksbank Bielefeld-Gütersloh) und Ralf Reckmeyer (Volksbank Bielefeld-Gütersloh).

„Mahnwesen“ war Thema beim Gründungs- & Unternehmens.Kreis.GT am 12. März

Kreis Gütersloh.
Die Gastgeber pro Wirtschaft GT und die Volksbank Bielefeld-Gütersloh eG begrüßten interessierte Gründer und Unternehmer in der Volksbank Gütersloh zu einer Vortragsveranstaltung zum Thema Forderungsmanagement. Ralf Reckmeyer, Bereichsleiter  Firmenkunden, erzählte bei seiner Begrüßung, wie aus Sicht der Bank wirtschaftliche Probleme entstehen können, die nicht unbedingt steuerbar sind und wies auf die Brisanz von Forderungsausfällen hin, die erhebliche Begleiterscheinungen mit sich bringen können.

Den ersten Vortrag hielt dann Manuela Brockbals, die seit 1989 den beim Oberlandesgericht Hamm registrierten und zugelassenen M. Brockbals Inkassodienst in Schloß Holte-Stukenbrock betreibt. Manuela Brockbals bestätigte Ralf Reckmeyers Ausführungen und referierte darüber, wie viel Zeit und Nerven es kostet, wenn der Kunde nicht zahlt, und das dies im schlimmsten Fall das eigene Unternehmen in die Pleite führen kann. Sie vermittelte Basiswissen hinsichtlich der Pflichtangaben auf Rechnungen und in Bezug auf Zahlungsziele. Schrittweise erklärte Sie ein effektives Mahnwesen, welches auch die Punkte Zinsberechnung bei Verzug und die Höhe der möglichen Mahnkosten beinhaltete. Schlussendlich klärte sie darüber auf, in welchen Fällen man ein Inkassounternehmen oder einen Rechtsanwalt beauftragen sollte. „Die Quote, außergerichtliche Zahlungen zu realisieren, ist erstaunlich hoch und liegt tatsächlich bei rund 60 Prozent“, sagte sie.

Was bedeutet "Basler Ausschuss" und "Rating"?

Im zweiten Teil der Veranstaltung sprachen die Firmenkundenberater Simon Köckerling von der Volksbank Bielefeld-Gütersloh und Dirk Bürger von der R+V Versicherung über die Wahrnehmung und Beurteilung eines Kunden durch die Bank. Die Vorschriften des Basler Ausschusses und das Rating sind zwar Begriffe, die man schon mal gehört hat, die Bedeutung sei vielen Kunden aber völlig unklar. Die beiden Firmenkundenberater erklärten daher anschaulich, welche Rating-Faktoren seitens der Banken bei ihren Kunden zugrunde gelegt werden. Auch beschrieben sie sowohl das verhaltensorientierte als auch das individualisierte Rating und wiesen darauf hin, wie wichtig eine intensive Zusammenarbeit bereits ab Gründung und Eröffnung eines Geschäftskontos mit dem jeweiligen Firmenberater sei. Regelmäßig eingereichte betriebswirtschaftliche Auswertungen und Jahresbilanzen schaffen eine völlige Transparenz und machen es den Banken einfach, ihre Kunden einzuschätzen, diese vollumfänglich beraten und im Krisenfall schnell zu deren Gunsten reagieren zu können. Denn Krisen, so sagte Simon Köckerling, entstehen durch Liquiditätsengpässe, die beispielsweise durch fehlendes Eigenkapital, mangelhaftes Controlling, ungenügendes Debitorenmanagement oder Forderungsausfälle entstehen können. Betroffenheit löste bei den Teilnehmern die Darstellung des erforderlichen Mehrumsatzes bei Forderungsverlusten aus. So kann ein Forderungsverlust von nur 5.000 EUR einen Mehraufwand von 125.000 EUR nach sich ziehen.


Um solche Forderungsausfälle auffangen zu können, gibt es ganz spezielle Firmenversicherungen.
Am Beispiel der Warenkreditversicherung erklärte Dirk Bürger eine Möglichkeit der Absicherung. „Jede Firma tickt anders und benötigt entsprechend ihres Angebots, ihrer Leistungen, ihrer Vermögensverhältnisse und ihres Risikos individuell gestaltete Versicherungspakete“, sagte er.

Dieser Vortrag bildete den Auftakt zu den Vortragsreihen „Gründungs.Kreis.GT“ und „Unternehmens.Kreis.GT“. Man kann sich auf interessante und spannende Themen freuen, die in den neuen Programmheften veröffentlicht werden.

Ansprechpartnerin bei der pro Wirtschaft GT ist Aleksandra Blagojević, Telefon 05241 85109, E-Mail a.blagojevic(at)prowi-gt.de.