„Schließen Sie Ihre Haustür auch nie ab?“

Informierten über IT-Sicherheit: (v.l.) Helga Westmeyer-Schwarze (Stadt Halle (Westf.)), Thomas Floß (EDV-Unternehmensberatung Floß), Aleksandra Blagojević (pro Wirtschaft GT), Andree Wendel (skalar GmbH).

Experten informierten zum Thema IT-Sicherheit

Kreis Gütersloh.
Schaute man sich die Vortragsfolien an, so meinte man, man sieht einen lustigen
Animationsfilm, in dem ein Schwarm gelber Fische die Hauptrolle spielt. Lustig ist hier leider gar
nichts, denn es geht um „Phishing“, und leider nicht um den beliebten Angelsport. Nein, hier geht es
um kriminelle Energien von Spammern. Menschen, die durch die Verbreitung von täglich 14,5 Milliarden infizierter Mails versuchen, an unsere Daten und unser Geld zu kommen. Wie Unternehmen sich davor am besten schützen können, erfuhren jetzt die rund 50 Teilnehmer der Veranstaltung „E-Mail: Sicherheit & Datenschutz“. Dazu hatten die Stadt Halle und die Kreiswirtschaftsförderung pro Wirtschaft GT ins Bürgerzentrum Remise eingeladen.

IT-Experte Andree Wendel der skalar Web- und Kommunikationsagentur aus Rheda-Wiedenbrück zeigte beispielhaft und anschaulich die Methoden, die Vorgehensweisen und die Tools von Spammern, die damit im Durchschnitt mehr als 6.000 Euro pro Tag verdienen. Doch wie kann man Spam vermeiden? „Spamfilter reichen leider allein nicht aus“, erklärte Andree Wendel. Er
wies darauf hin, dass man niemals auf Spams antworten sollte, und dass man sich Alias-Email-Accounts zulegen sollte, um das Zumüllen der eigenen wichtigen Email-Adresse zu verhindern. Dazu gehört auch, dass man seine wichtigste Email-Adresse nicht unbedingt im Netz veröffentlichen sollte.

Ein ungesicherter Rechner ist wie eine offene Haustür

Den Vortrag ergänzte Thomas Floß von der EDV-Unternehmensberatung Floß aus Versmold. Er
begann seinen Vortrag mit einer Frage ans Publikum: „Schließen Sie Ihre Haustür auch nie ab?“
Damit wies er auf das Fehlverhalten von Usern hin, die ihren Computer, ihr Notebook, ihr Smartphone
oder ihr Tablet nicht sichern. „Warum eigentlich?“, fragte er. „Sie lassen Ihre Haustür doch auch nicht sperrangelweit auf und denken, es wird schon nichts passieren.“ Thomas Floß ist nicht nur IT-Experte, sondern auch EDV-Sachverständiger, Forensiker und, man mag es nicht glauben, zertifizierter ethischer Hacker. Mit seinem Team hackt er sich nach Kundenauftrag in deren Systeme und deckt so die Schwachstellen des Unternehmens beziehungsweise aller verwendeter digitaler Geräte auf. Floß beschrieb lebhaft diverse Worst-Case-Szenarien und zeigte den Teilnehmern, wie sie ihre
eigenen Betriebssysteme richtig absichern sollten. Denn durch mangelnde Absicherung konnte im letzten Jahr weltweit ein Schaden in Höhe von rund 50 Milliarden Euro angerichtet werden.

Apps und der Datenschutz

Thomas Floß gab noch etwas anderes zu bedenken. Was hat der mittlerweile digital orientierte Mensch nicht alles für Apps auf seinem Smartphone? Welche Apps können bösen Schaden anrichten und welche Art von Nutzung ist überhaupt datenschutzkonform? Eine wichtige Frage, nicht nur für Unternehmer. Denn hier lauern ungewollte und unwissentlich begangene Gesetzesüberschreitungen, die manch ein böses Erwachen nach sich ziehen. „Datenschutz ist nun gesetzlich geregelt“, gab Thomas Floß den Teilnehmern mit auf den Weg. „Fragen Sie sich immer, warum eine App oder eine Anwendung kostenlos ist und welchen Zweck sie verfolgen kann.“

Eine zweite Veranstaltung zur IT-Sicherheit mit den Themen „Passwortsicherheit & Websitehacking“ gibt es am 2. September im Bürgerzentrum Remise. Weitere Informationen und Anmeldemöglichkeiten gibt es hier.

Ansprechpartnerin bei der pro Wirtschaft GT ist Aleksandra Blagojević, Telefon 05241 851089, E-Mail
a.blagojevic(at)prowi-gt.de.