Ein Labor für alle Sinne

Im Zauberlabor des Teutolabs Chemie bringen Leni Mosel, Lina Stratmann und Pia Karmann (v. l.) mit einer „Zitronenbatterie“ einen Propeller zum Laufen.

Schülerinnen und Schüler der Grundschule Isselhorst besuchen das Teutolab Chemie der Uni Bielefeld

Kreis Gütersloh.  Für einen Vormittag tauschten 24 Jungen und Mädchen der Grundschule Isselhorst das gewohnte Klassenzimmer gegen ein Mitmach- und Experimentierlabor. Im Teutolab Chemie an der Uni Bielefeld durften die Viertklässler rund um das Thema „Chemie der Zitrone“ experimentieren.

Zu Beginn stattete sich jedes Kind mit einem weißen Laborkittel und einer Schutzbrille aus. Heidi Starke vom Teutolab Chemie erklärte den Grundschülern dann die fünf Sinne, die später beim Experimentieren im Labor benötigt wurden. Hierzu schmeckten die Kinder den Unterschied zwischen Zucker und Salz, erkannten einen Glastrichter am Klang, rochen naserümpfend an Essig, fühlten den Unterschied von Holz und Metall und betrachteten zwei verschiedene Zitrusfrüchte.

Im Anschluss wurden die Viertklässler auf drei Stationen verteilt: Das Duftlabor, das Säurelabor und das Zauberlabor. Chemiestudentinnen leiteten die Kinder an, die nun praxisnah arbeiten durften. Im Duft-Labor wurde zunächst das Riechorgan auf die Probe gestellt. Die Grundschüler bekamen unterschiedliche Düfte, wie zum Beispiel Orange, Kaffeepulver und verschiedene Gewürze zum Riechtest. Hier galt es die eigenen Vermutungen in das ausgehändigte Laborjournal einzutragen und anschließend zu vergleichen.

Versteckt hinter einem schwarzen Vorhang wurden im Zauber-Labor mithilfe von Zitronensaft Bilder gemalt und geheime Botschaften auf Papier geschrieben. Die daraus entstandenen Botschaften  wurden mit einem speziellen Fön sichtbar gemacht. Erstaunt waren die Kinder, dass der Saft einer Zitrone auch Strom erzeugen kann und sich damit sogar ein kleiner Propeller antreiben lässt.

Gleich nebenan im Säurelabor wurde mit ausgekochtem, lila-farbenen Rotkohlsaft experimentiert. Verschiedene Flüssigkeiten, wie zum Beispiel Essig, wurden mittels einer Pipette dem Rotkohlsaft zugeführt, der sich rot verfärbte. Anhand der verschiedenen Lösungen wurden den Viertklässlern die Unterschiede zwischen Säuren und alkalischen Substanzen veranschaulicht.

„Die Neugierde und die Lust auf Chemie bei den Kindern zu wecken“, erläutert Grundschullehrerin Johanna Zoller, war der Anlass für den Besuch der Viertklässler im Bielefelder Teutolab. Möglich machte die Fahrt der Fonds „MINT in Schulen fördern!“, der von 34 Unternehmen aus dem Kreis Gütersloh finanziert wird. „Jede Schule im Kreis Gütersloh kann bis zu drei Anträge pro Jahr in Höhe von 400 Euro einreichen“, erklärt Marion Lauterbach vom zdi Zentrum pro-MINT GT. Voraussetzung ist, dass die Maßnahme einen Bezug zu einem MINT-Fach hat.