Ausbau des digitalen Binnenmarktes notwendig

Luden zum Europa-Frühstück ein: Albrecht Pförtner (pro Wirtschaft GT), Leana Kammertöns (Europe Direct Kreis Gütersloh), EU-Abgeordneter Elmar Brok und Landrat Sven-Georg Adenauer.

Elmar Brok sprach beim Europa-Frühstück

Kreis Gütersloh. Als Dank für die gute Zusammenarbeit lud das Europe Direct Informationszentrum Kreis Gütersloh die Europa-Aktiven im Kreis zum Frühstück mit Elmar Brok ein. „Wir freuen uns, dass es im Kreis Gütersloh so viele engagierte Europa-Aktive gibt, die sich in Haupt- und Ehrenamt für Europa einsetzen“, eröffnete Albrecht Pförtner, Geschäftsführer der pro Wirtschaft GT als Träger des Europa-Zentrums die Veranstaltung. Er bedankte sich für die Arbeit der Anwesenden und begrüßte Elmar Brok als Vortragenden. Während sich die rund 30 Vertreterinnen und Vertreter von Vereinen, Politik, Schulen und anderen Bildungseinrichtungen das Frühstück schmecken ließen, erläuterte der EU-Abgeordnete die aktuelle Lage der Europäischen Union. 

Bereits seit der Wirtschaftskrise 2008 befindet sich die Union in einem steten Wachstum, das weit höher liegt als das der USA. Zudem habe sich die Zahl der Flüchtlinge aus der Türkei und aus Afrika seit 2015 stark reduziert. Dennoch herrsche in der EU eine starke Unsicherheit, die sich durch die Wahl nationalistischer Parteien zeigen würde. Brok erläuterte, dass diese Arbeitnehmer-Unsicherheit viel mehr durch den Stellenabbau aufgrund von Digitalisierung und Technik als durch die eher marginale Zunahme von Flüchtlingen entstünde. „Die soziale Sicherheit ist ein wichtiger Bestandteil für die Stabilität eines Landes“, so Brok. Der Abgeordnete forderte daher die Wirtschaft und Politik auf, neue Märkte zu erschließen und eine Veränderung in der Wertschöpfungskette zu erzielen. „Wir müssen dafür sorgen, dass wir endlich einen digitalen Binnenmarkt bekommen“, lautet seine Forderung. Damit einhergehend müsse nach Brok auch eine zukunftsfähige Rechtsgrundlage für Handel und Steuern geschaffen werden, um die grenzüberschreitenden Geschäfte für alle Beteiligten einfacher zu machen und den aktuell regierenden Online-Riesen wie Google, Amazon, Apple und Co entgegenzuwirken. „Wir subventionieren diese Konzerne dadurch, dass sie hier keine Steuern zahlen“, so Brok. Er betonte, dass auf Dauer neu gegründete, kleine und mittelständische Unternehmen keine Chance haben, gegen diese zu bestehen. Ebenso forderte er eine Erhöhung des EU-Haushaltes, um neue Innovationen zu ermöglichen und so die digitale Infrastruktur auszubauen, eine in ganz Europa gleichgestellte Berufsausbildung zu etablieren und kleine wie mittlere Firmen zu unterstützen.  

Zusammenfassend forderte Brok ein Umdenken in der gesamten EU und eine Reformation der politischen Systeme. „Frankreich hat innerhalb weniger Monate einen großen Wandel vollbracht. Deutschland muss hier nachziehen und hat keine Ausrede mehr“, so Brok. Im Anschluss beantwortete er die Fragen des Publikums und bedankte sich bei Leana Kammertöns, Leiterin des Europazentrums, und den Anwesenden Europa-Aktiven für ihren hervorragenden Einsatz für eine geeinte, zukunftsorientierte Europäische Union.