Wirtschaft und Politik sprechen über die digitale Zukunft

Sprachen bei der 3. Wirtschaftskonferenz über Digitalisierung: Thomas Sterthoff, Sven-Georg Adenauer, Maria Unger, Garrelt Duin, Albrecht Pförtner, Meike Lübbe, Annette Mühlenhoff, Birgit Ahrens, Günter Weigel, Michael Stolte

Digitalisierung im Fokus der 3. Wirtschaftskonferenz OWL

„Die Zukunft ist digital“, waren sich alle Vortragenden der 3. Wirtschaftskonferenz OWL am vergangenen Freitag in Gütersloh sicher. Rund 120 Vertreter aus Politik und Wirtschaft folgten interessiert den Präsentationen, die sich mit der Digitalisierung der Industrie befassten.

Die sieben Wirtschaftsförderer der Kreise und kreisfreien Städte in OWL (AG 7 OWL) luden bereits zum dritten Mal zur Wirtschaftskonferenz ein. Das Programm aus Vorträgen und moderierten Runden befasste sich mit der Digitalisierung in den verschiedenen Branchen der gesamten Region OWL. NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin wies in seiner Keynote darauf hin, dass die wirtschaftliche Stärke OWLs ein wichtiger und großartiger Beitrag für die gesamte Wirtschaftsstärke Nordrhein-Westfalens sei. Um diese Stärke weiter auszubauen, wäre es aber auch wichtig, die digitale Innovationskraft ebenso zu stärken wie die Wettbewerbsfähigkeit kleiner und mittlerer Unternehmen sowie Start-Ups zu fördern. Duin untermauerte seine Aussage zur Stärkung der Region durch die Übergabe eines Zuwendungsbescheides von 930.000 Euro an das Spitzencluster it’s OWL, das die Zukunftsfähigkeit der Region weiter ausbaut. Ziel aller Unternehmen solle es sein, gemeinsam an einem Strang zu ziehen und somit in NRW ein Gravitationsfeld der Industrie 4.0 zu schaffen. Dazu gehöre auch die Ansiedelung von mindestens einem der fünf deutschlandweit geplanten Kompetenzzentren für Digitalisierung.

Dr. Ursula Frank, Projektmanagerin bei der Beckhoff Automation GmbH & Co. KG, beleuchtete, wie der Wunsch nach Individualität und Einfachheit die Digitalisierung und damit auch die Weiterentwicklung der Automatisierungstechnologie prägt. Mitdenkende Autos, Häuser und Uhren erleichtern den Alltag und werden zu einem Wandel in der Produkt- und Serviceorientierung beitragen. Dadurch entstehen neue Wertschöpfungsketten und Geschäftsmodelle ebenso wie neue Berufsfelder und Lebensbedingungen. „Digitalisierung ist keine Vision, wir sind mittendrin“, so Frank. Sie forderte die Anwesenden auf, sich des Themas anzunehmen und auch die Nachwuchsförderung vor Ort weiter auszubauen und damit die Fachkräfte der Zukunft in OWL zu halten.

Herbert Weber, Geschäftsführer der OWL GmbH, unterstrich diese Aussagen noch einmal. Das Spitzencluster it’s OWL sei nur ein Türöffner für eine internationale Positionierung der Region. Eine Profilierung als innovativer Wirtschafts- und Kulturraum müsse bereits heute angestrebt und umgesetzt werden.

Im anschließenden Impulsvortrag erläuterte Prof. Dr. Rolf Franken von der FH Köln die rapide Entwicklung der vergangenen Jahrzehnte und welche Auswirkungen die Digitalisierung auf die Unternehmen hatte. In zwei moderierten Podiumsdiskussionen gaben sechs Unternehmer einen Einblick in ihre eigene Unternehmensentwicklung und erläuterten, was Digitalisierung heute für ihren wirtschaftlichen Erfolg bedeutet. Während der zweiten Diskussion am Nachmittag nutzten auch die Besucher die Gelegenheit, ihre Wünsche an Politik, Bildung und Wirtschaft zu äußern, um den digitalen Wandel auf allen Ebenen voranzutreiben.

Matthias Borner, Gütersloher Sprach- und Stadtführer, sorgte während der Veranstaltung mit humoristischen Einlagen über die Region OWL und ostwestfälische Namen, darunter Bömelburg, Todeskino und Düsediekerbäumer, für Abwechslung.

Albrecht Pförtner, Geschäftsführer der pro Wirtschaft GT GmbH und Sprecher der AG 7 OWL, zeigte sich nach der Veranstaltung zufrieden: „Digitalisierung betrifft jeden, auch den Handwerker von nebenan. Uns als Wirtschaftsförderungen aus OWL war es deshalb wichtig, das Thema bei der heimischen Wirtschaft noch stärker in den Fokus zu rücken. Das ist uns mit der 3. Wirtschaftskonferenz gelungen.“